Zeitgeschichte erleben mit Lothar Rochau

Die Geschichte des bekannten Regimekritikers Lothar Rochau ist eine Geschichte über Mut und Verrat in Ost und West, über Vergebung und offene Wunden und steht repräsentativ für die Erfahrung fast aller DDR-Oppositionellen. Fast 100 Spitzel der Staatssicherheit waren auf ihn angesetzt, Erich Honecker und Erich Mielke persönlich beschäftigten sich mit Lothar Rochau. Denn Rochau hatte durch seine Arbeit bei der Kirche die offene Jugendarbeit ins Leben gerufen. Und das reichte aus, um harte staatliche Reaktionen herauszufordern, verhaftet und in aggressiv geführten quälenden Verhören gebrochen, in einem politischen Willkür-Prozess zu drei Jahren Haft verurteilt und schließlich aus der DDR geworfen zu werden. Lothar Rochau will, dass die Wahrheit über die DDR schonungslos ausgesprochen wird, so ist seine Geschichte eine, die erzählt werden muss.

Lothar Rochau, geb. 1952 in Weißensee; Ausbildung als Diakon; ab 1977 Jugenddiakon in Halle-Neustadt; 1983 Kündigung seines Dienstverhältnisses; nach Verhaftung im Juni 1983 im Dezember 1983 von der BRD freigekauft; nach dem Mauerfall Rückkehr nach Halle (Saale); Mitglied der Stadtverordnetenversammlung; ab 1990 Leiter des städt. Jugendamts; seit Ausscheiden aus dem Berufsleben ehrenamtlicher Ombudsmann der Stadt Halle.

Termin frei vereinbar ab 28. August 2021

Foto: Maike Glöckner